Fahnenschwingen

Nachweise über das Vorhandensein eines rein militärischen Fahnenschwingens, von dem man den heutigen Brauch ableitet, finden wir ersmals im Frühmittelalter, hauptsächlich in den lateinischen Ländern Europas wie Italien, Frankreich und Spanien. Es existieren schriftliche Aufzeichnungen über Fahnenschwingerschulen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die in verschiedenen Ländern bestanden. Das Fahnenschwingen war zu dieser Zeit praktisch in ganz Europa verbreitet. In einigen Ländern ist es als historische Sportart oder als historisches Spiel überliefert und wird noch heute bei besonderen Anlässen und Feierlichkeiten vorgeführt.
 


Die Schweizer Söldner, die in fremden Kriegsdiensten bei Königen und Fürstenhäusern standen, erlernten dort das edle Spiel mit der Fahne. Jede Nation entwickelte nach und nach ihre eigene Manier und brachte so das Fahnenspiel, welches zu jener Zeit nur von gehobener Schicht gepflegt wurde, zu hoher Bedeutung und Blüte. Es ist dokumentarisch bewiesen, dass Schweiyer Söldner zu jener Zeit eine kurzgestielte Fahne schwangen, deren Form einem liegenden Dreieck glich und dessen hellroter Grund von einem durchgehenden, weiseen Kreuz unterteilt war. Es war das Feldzeichen, das die Schweizer Söldner während den Mailänder Feldzügen kennzeichnete. Es dürfte das Vorbild der späteren Schweizerfahne gewesen sein.

Im 18. Jahrhundert verlor die Art des Fahnenschwingens stark an Interesse und dessen Weiterpflege oblag nun rein zivilen Organisationen. Im Ausland wurde sesentlich mehr am Spiel des militärischen Fahnenschwingens festgehalten. Ganz anders verhielt es sich in unserem Land. Hier wurde das Fahnenschwingen, welches durch die Söldner in unser Land gelangte, sehr stark verändert und wich wesentlich weiter von der Urform ab, als dies im Ausland der Fall war. Alles Ueberlieferte hat sich im Laufe der Zeiten gewandelt, ohne dass es die eigentlichen Grundmerkmale verlor. Es hat sich immer wieder den neuen Gegebenheiten angepasst und konnte auf diese Weise überhaupt bestehen.

Besonders heimisch wurde der Brauch in den Bergtälern der Zentralschweiz. Die Ueberlieferung wurde in dieser Gegens begünstigt druch die Aelplerchilbinen, die in der Zentralschweiz bis ins 15. Jahrhundert nachgewiesen werden können. An diesen Chilbinen durfte der Fahnenschwinger auf keinen Fall fehlen. Es traten immer ein Vorfähnler und ein Nachfähnler in den Ring und vollführten ihre Kunst vor der versammelten Aelplergemeinde. Der Vorfähnler hatte stets einen Nachfähnler für das folgende Jahr zu bestellen und so blieb der Fortbestand des Brauches gesichert. Um die letzte Jahrhundertwende wurden unter den Aelpler-Fahnenschwingern regelmässig Konkurrenzen abgehalten. Dabei suchte jeder den anderen zu übertreffen. So entstand schliesslich die Ausgangslage für das Fahnenschwingen, wie wir es heute kennen. Mit dem Beitritt der Aelpler-Fahnenschwinger zum Jodlerverband, wurde das ehemals reine Aelplerspiel zum Allgemeingut aller Interessierten, welche sich der Erhaltung und Pflege alter Bräuche verschrieben haben.

Fahnenschwingen im BKJV

Das Fahnenschwingen im BKJV begann 1922, damalsd trug sich als erster Ernst Blum in die Mitgliederliste ein. Im Auftrag des Kantonalvorstandes organisierte Ernst Blum den ersten Fahnenschwingerkurs, der von 6 Teilnehmern besucht wurde. In Dr. Bruno Kaiser, Bern, fand der Verband einen Gönner, der es ermöglichte, den Fahnenschwingern 12 Baumwollübungsfahnen und 13 Seidenfahnen zur Förderung der Ausbildung zur Verfügung zu stellen. Dem 2. Kurs vom 28. September 1941 in Bern unter der LEitung von Ernst Blum, Gottfried Zedi und Josef Zgraggen, war ein voller Erfolg beschieden.

Nicht weniger als 20 Anfängern,darunter auch dem späteren Obmann Gottfried Blaser, Thun, wurden an diesem Tag die ersten Grundbegriffe im Fahnenschwingen beigebracht. Der Verband hatte nun in Gottfried Zedi, Biel, einen ausgezeichneten Kursleiter, doch reichten die zur Verfügung stehenden Mittel nicht aus, um mehr als ein Jahrestreffen durchzuführen. Zu dieser Zeit mussten die Anfänger die Fortgeschrittenen an weit entfernten Orten aufsuchen, um den Aufbau einer Wettkampfübung fortzusetzen. Im Jahre 1951 stellte die Kasernenverwaltung in Thun eine Reithalle für wöchentliche Uebungen zur Verfügung, und die Bieler Fahnenschwinger erhielten von der Stadtverwaltung ein Lokal in Bözingen zugewiesen. Nun konnte mit eienr intensiven Ausbildung begonnen werden. Dem Wunsche der Fahnenschwinger-Kameraden, einen Obmann und Verbindungsmann zum Kantonalvorstand bestimmen zu können, wurde vom Verband entsprochen. So wurde 1958 nach dem Rücktritt von Gottfried Zedi die Führung der BKJV-Fahnenschwinger Gottfried Blaser anvertraut.

Quelle: BKJV-Jubiläumsbuch, Robert Haldemann

   Alphornblasen

Infos | Aktuelles | Kurse
   Fahnenschwingen

Infos | Aktuelles | Kurse
   Jodeln

Infos | Aktuelles | Kurse
   Kinderchöre

Infos | Aktuelles | Kurse
   Veteranen

Infos | Aktuelles