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Mo, 16.07.2012 |
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Bericht Ummel/Kneubühl-Konzert |
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Randvoll war das Berner Münster, als am Pfingstmontag, den 28.05.12 ein ergreifend schönes Gedenkkonzert für Jakob Ummel (21.12.1895 – 18.02.1992) und Vreni Kneubühl (19.05.1920 – 01.01.2007) erklang. Mucksmäuschen still war es, während über 1500 Menschen den Ummel-Kompositionen lauschten, vorgetragen von Solojodlern (Annegret von Bergen, Walter Bieri, Peter Anken, Miriam Schafroth), Duetten (Regina Schneider – Stephan Wüthrich, Kläri Greber – Erwin Josi), dem Jodelterzett Stephan Haldemann – Bruno Boss – Philipp Jost, dem Kinderchörli Mosnang aus dem Toggenburg und den Jodlerklubs Wattwil SG und Lorraine-Breitenrain Bern. Sympathisch und wohltuend unaufdringlich führte Sophie Hofmann durch das vielseitige Programm, erzählte zwischen den Liedern einiges aus dem Leben und Schaffen von Jakob Ummel und Vreni Kneubühl, erläuterte bei einzelnen Liedern ihre Entstehungsgeschichte und streute dabei mit feinem Humor auch die eine und andere Anekdote zu Köbu und Vreni ein. Urs Kneubühl, Sohn von Vreni und langjähriger Duettpartner seiner Mutter, würdigte die überaus grossen Verdienste, die Jakob Ummel mit seinen gegen 180 eingängigen und nach wie vor sehr beliebten Kompositionen als Komponist wie auch als Interpret mit einer bis ins hohe Alter unverwechselbaren Stimme hat. Er legte dar, wie Kobi und Vreni als Jodlerduett zusammenfanden und dann ab 1945 ganze 30 Jahre lang gemeinsam mit unzähligen Auftritten und Schallplattenaufnahmen immer wieder sehr viel Freude bereiteten. Jürg Domke, Präsident des BKJV überbrachte die Grussworte des Bernisch kantonalen Jodlerverbands und wies aus seiner Sicht auf die Bedeutung von Jakob Ummels Schaffen und auf die ungebrochene Leuchtkraft des Jodlerduetts Jakob Ummel – Vreni Kneubühl hin.
Bei allen Wortbeiträgen und in ganz besonderem Masse bei jedem der vorgetragenen Lieder und Jütz wurde einmal mehr bewusst, dass da vor 20 und 5 Jahren zwei Persönlichkeiten von uns gingen, die sich durch ein aussergewöhnliches Können auszeichneten, zugleich aber auch durch eine tief wurzelnde Bescheidenheit und Gradlinigkeit, durch ein bewusstes und mit wachem Sinn durch das Leben gehen, durch ein warmes Gemüt und schalkhaften Humor. Beide gewannen zeitlebens je eine Goldene Schallplatte, mehrere Preise und Ehrenmitgliedschaften, trotzdem aber blieben sie immer bescheiden, bis hin zu den Auftritts-Gagen. Und bei den älteren Bewohnern Berns ist unvergessen und immer wieder gerne überliefert, dass Kobi – er war beruflich Tramführer in Bern – manchmal im Führerstand fröhlich sang und jutzte, wenn es ihn ankam“. Es gab also keine zwei Ummel Köbus: keinen privaten und keinen beruflichen Menschen, sondern den einen und einzigartigen Jakob Ummel. Beide, sowohl Vreni als auch Kobi lebten das, was der spätromantische Komponist Gustav Mahler um 1900 herum formulierte: Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. Im Bewusstsein dessen – und nicht nur, weil Kobi immer mal wieder gerne genüsslich an einem Tubakpfeiffchen sog – sorgten die drei Organisatoren Peter Anken, Stephan Haldemann und Beat Lüthi dafür, dass das innere Feuer von Kobi und Vreni weitergetragen wird; mit diesem Konzert, aber auch mit einem kleinen Geschenk, das beim Ausgang verteilt wurde: alle Konzertbesuchenden erhielten symbolisch ein grosses Schachteli Zündhölzer mit dem Konterfei von Vreni und Kobi.
Kobi, häb üse härzlechscht Dank für Dini Lieder u Jütz! Vreni u Kobi, heiget üse härzlechscht Dank für Eues Singe u Jutze! Mir hei Euch nid vergässe u trage Eues Lied, Eues Sy u Eues Füür wyter!
Bericht & Foto: Felix Gerber, Bern
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