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Do, 06.05.2010 |
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Alphornbläser-Kurstag 2010 |
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Fünf Alphornstücke, gut mariniert, bitte!
54 gutgelaunte Alphornbläserinnen und –bläser haben sich am Samstag, den 24. April 2010 auf dem Areal des Psychiatriezentrums Münsingen versammelt, um sich am BKJV-Kurstag 2010 in der lebendigen Gestaltung des Vortrages zu üben. Gekommen waren sie aus allen Kantonsteilen, ja sogar aus dem Neuenburger Jura, aus dem Wallis und aus der Stadt Frankfurt. Kurschef Robert Oesch eröffnete den Kurstag mit einem Vergleich zu einem feinen Essen: Meisterhaft wird ein gutes Essen erst durch das raffinierte Würzen! Das Beherrschen der Tonfolge einer Melodie ist unabdingbare Voraussetzung des Alphornblasens, aber meisterhaft und entsprechend innerlich berührend wird ein Vortrag erst durch eine zum Wesen des Stückes passende, lebendige Ausgestaltung der Gestaltungselemente Dynamik, Phrasierung, Artikulation, Stimmenausgleich, Agogik etc.
Unter der Leitung von Roland Lüthi, Theo Mutti, Hans-Peter Schüpbach, Max Sommer und Robert Oesch machten wir uns also in fünf Gruppen ans „Marinieren“ eines von Robert Oesch extra für diesen Kurstag geschriebenen, dreistimmigen Alphornstückes, dem vorerst nicht nur der Titel, sondern sämtliche gestalterischen Elemente fehlten. Wir versuchten, den Charakter des Stückes zu erahnen, probierten verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung aus, diskutierten darüber und feilten an der Qualität unseres Vortrages. Denn am Nachmittag sollte ein Wettbewerb unter den fünf Gruppen auf uns warten: Diejenige Gruppe, die am meisten Stimmen für die Qualität ihres Vortrages auf sich vereinigen konnte, durfte dem Stück seinen künftigen Namen geben. Dabei wurde uns bewusst, dass das richtige Würzen eines Alphornstückes viel Zeit und Gespür, aber auch Übung benötigt; ein gehaltvoller Vortrag will reifen!
Einstudiert wurde auch der „Oberländer Alphornreigen“, ein Stück für Alphorngruppe und zwei bis fünf Trios, dessen Aufführung am Nachmittag ziemlich anspruchsvoll werden sollte. Unterbrochen vom wie immer feinen, gemütlichen und geselligen Mittagessen, ging es am Nachmittag um das vortragsreife Ausfeilen des neuen Stückes und um das Einstudieren zweier weiterer Stücke von früheren kantonalen Jodlerfesten. Gegen 15 Uhr trafen sich dann alle Gruppen auf der grossen Wiese im Hof des Psychiatriezentrums. Gruppenweise wurden der Titel und das entsprechend gestaltete Stück den andern Kursteilnehmenden präsentiert. In der anschliessenden Abstimmung durch alle Kursteilnehmenden gewann deutlich die Gruppe von Max Sommer, die dem Stück den Titel „Früehligsjutz“ gegeben hatte. Die erstmalige Aufführung des „Oberländer Alphornreigens“ in der Alphorngruppe und mit fünf Trios war eine echte Knacknuss und verlangte volle Konzentration, um nicht einem der Trios ins Spiel zu fallen. Die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit geschärft durch die Gestaltungsübungen, kamen nun auch die beiden Stücke „Ins 1998“ und „Biel 2006“ zur Aufführung. Und zu guter Letzt zeigte uns Max Sommer, wie er seine Komposition „Gruss aus dem Oberaargau“ gestaltet haben wollte, das als Gesamtchor am Bernisch-kantonalen Jodlerfest 2010 in Langenthal aufgeführt wird.
Was, Sie wissen immer noch nicht, was sich hinter den Begriffen Dynamik, Phrasierung, Artikulation, Agogik, Metrik etc, verbirgt? Der nächste "Marinierkurs" des BKJV findet am 23. April 2011 statt ...
Bericht: Felix Gerber, Bern
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